Informationen aus der Gastroenterologie
Start der Miracle-Studie - erster Teilnehmer eingeschlossen
Mit dem Einschluß des ersten Teilnehmers im Studienzentrum des Universitätsklinikums Halle hat die Miracle-Studie in Deutschland offiziell begonnen. In den nächsten Tagen werden weitere Arztpraxen und Kliniken als Miracle-Studienzentren eröffnen. Adressen und Kontaktdaten der aktuellen Studienzentren, an denen sie an der Studie teilnehmen können finden sie hier.
Dem Darmkrebs keine Chance
Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebstodesursache. Jahr für Jahr sterben in Deutschland fast 30.000 Menschen daran. Das muss nicht sein, denn ein rechtzeitig erkannter Darmkrebs ist heilbar! 80 Prozent aller Darmkrebs- erkrankungen sind durch eine vorsorgliche Darmspiegelung vermeidbar.
Der bng hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Öffentlichkeit mit seiner Kampagne stärker auf die Chancen der Darmkrebsvorsorge aufmerksam zu machen. Auf diesen Internetseiten finden Sie alles Wissenswerte zum Thema: "Ich geh´ da hin!"
Erblich vorbelastet
Darmkrebs-Vorsorge bei familiärem Risiko
(04.07.2011)
Der Befund von Polypen oder Krebs im Darm hat Bedeutung für nahestehende Verwandte. „Einerseits können solche Befunde in der Verwandtschaft ein erhöhtes Risiko für mich selbst erkennen lassen. Umgekehrt können solche Befunde bei mir eine Gefährdung nahestehender Angehöriger anzeigen“, erklärt Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen.
Wenn Darmkrebs bei erstgradig Verwandten vorgekommen ist, besteht ein familiäres Risiko für diese Tumorform, das die Empfehlung für etwas engmaschigere Früherkennungsuntersuchungen als normalerweise angeraten begründet. Bereits ein Polyp im Dickdarm von Eltern, Geschwistern oder Kindern im Alter unter 40 Jahren kann auf eine erbliche Form von Darmkrebs hinweisen. Bei einer erblichen Belastung sollte die vorsorgliche Darmspiegelung bereits im Alter von 40 Jahren erfolgen. Im Einzelfall kann die erste Darmspiegelung schon im Alter von 25 Jahren angezeigt sein. „Bei mehreren Befunden in der Verwandtschaft sollten Sie sich dringend von einem Gastroenterologen beraten lassen“, empfiehlt Dr. Theilmeier.
Menschen bei denen mehr als zehn Polypen im Dickdarm oder die Diagnose einer Polyposis festgestellt wird, sollten sich darüber klar sein, dass nicht nur sie selber ein zwei- bis vierfach erhöhtes Erkrankungsrisiko haben, sondern auch ihre nächsten Angehörigen. „Es liegt in der Verantwortung jedes Betroffenen seine Eltern, Geschwister und Kinder über den Befund zu informieren und sie darauf hinzuweisen, unbedingt die Darmkrebsvorsorge in Anspruch zu nehmen“, sagt Dr. Theilmeier. Durch die Entfernung von Polypen im Rahmen der Darmspiegelung wird Darmkrebs verhindert. Rechtzeitig entdeckt ist die Krankheit in fast allen Fällen heilbar. Die gesetzlich geregelte Vorsorge beginnt mit 55 Jahren. Bei Vorliegen einer familiären Belastung erstatten die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Darmspiegelung auch unabhängig vom Alter.
Deutscher Lebertag
Leberwerte regelmäßig kontrollieren lassen!
(16.11.2010)
Der 11. Deutsche Lebertag am 20. November 2010 steht unter dem Motto „Wissenswerte Leberwerte“. Er soll die Sensibilität für Erkrankungen der Leber erhöhen. Ausrichter sind die Deutsche Leberhilfe, die Deutsche Leberstiftung und die Gastro Liga. Der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) ist Kooperationspartner der Initiative.
In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 5.000 Menschen neu an Leberzellkrebs. Die Zahl der die Todesfälle hat sich seit den 70-er Jahren mehr als verdoppelt. Männer sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Frauen. "Je früher Schädigungen der Leber entdeckt werden, desto besser stehen die Chancen gravierende Folgen wie Zirrhose oder Krebs durch eine rechtzeitige Behandlung zu vermeiden", betont Dr. Stefan Mauss vom bng.
Das Tückische bei Lebererkrankungen ist, dass sie kaum Symptome aufweisen. „Die Leber schmerzt nicht“, erklärt der bng-Experte, „deshalb bleiben Schädigungen oft unbemerkt. Eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte ist deshalb sehr zu empfehlen.“ Einen Bluttest kann jeder Hausarzt durchführen. Bereits der Wert der Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT, auch ALT) kann spezifisch auf eine Leberschädigung hinweisen.
Auch Gastroenterologen bieten natürlich einen Leber-Check an. Insbesondere bei Verdacht auf Lebererkrankungen kann der Facharzt weitere Laboruntersuchungen durchführen und eine spezifische Ultraschalluntersuchung vornehmen. In frühem Stadium können Lebererkrankungen gut behandelt und durch Änderungen des Lebensstils positiv beeinflusst werden. "Die Leber ist ein unverzichtbares Organ", betont Dr. Mauss, "Darauf zu achten, kann lebenswichtig sein."
Hochaktiv mit Morbus Crohn
Leistungssport trotz Handicap
(11.10.2010)
Neue Medikamente und lokale Betreuungsnetze, in denen Ärzte und Patienten auf Augenhöhe miteinander reden, verbessern die Lebensqualität von Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen so, dass sie relativbeschwerdefrei leben, arbeiten und sogar Leistungssport treiben können.
Etwa 320.000 Menschen in Deutschland leiden an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Die Krankheiten sind unheilbar, der Umgang mit der Erkrankung wird oft durch Tabuisierungerschwert. Im Rahmen des 3. Crohn und Colitis-Tages hat das lokale Kompetenznetz CED in Herne mit der Vorstellung von Patrick Dieckmann (31) aus Recklinghausen beispielhaft aufgezeigt, dass die medizinische Betreuung in spezialisierten Versorgungsnetzen nicht nur ein normales, sondern auch ein leistungsorientiertes Leben ermöglichen kann.
Der junge Mann verdankt seine Lebensqualität einer modernen Antikörper-Therapie. Inzwischen hat er ein Studium absolviert und geht einem geregelten Beruf nach. Er reist durch Europa und Amerika und verbringt seine Freizeit mit Joggen und Fußball. Im September 2010 lief er den Berlin Marathon in 3,5 Stunden. Lediglich alle acht Wochen muss er für eine Infusionin die Praxis seines Gastroenterologen kommen.
Für den Vorsitzenden des Berufsverbandes niedergelassener Gastroenterologen, Dr. Dietrich Hüppe, ist klar: „Bundesweit zeigen Erfolge in der Therapie von Patienten mit chronischentzündlichen Darmerkrankungen, dass eine kompetente, ambulante Therapie mit Antikörpern die Lebensqualität und die Integration der Betroffenen in einen normalen Alltag verbessert. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte verringert sich, wodurch die sozialen Sicherungssysteme entlastet werden. Das macht lokale Betreuungsnetze auch für Krankenkassen interessant.“
Die Chance nutzen
Nur die Darmspiegelung schützt vor Darmkrebs
(20.09.10)
Jährlich sterben rund 26.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs, 73.000 Menschen erkranken im selben Zeitraum neu an dieser bösartigen Tumorform. Vorsorge und Früherkennung heißt die Strategie gegen diese harte Fakten. Die Koloskopie im Rahmen des Darmkrebs-Screenings bietetzuverlässigen Schutz.
Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko für eine Darmkrebserkrankung rapide an. "Wir wissen aus zahlreichen Erhebungen, dass in dieser Altersgruppe trotz Beschwerdefreiheit rund ein Prozent der Menschen bereits an Krebs erkrankt ist", erklärt Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). "Bei sechs bis acht Prozent dieser Menschen werden große Polypen auf der Darmschleimhaut gefunden, die als potenzielle Krebsvorstufen einzuschätzen sind. Die Darmspiegelung ermöglicht es, alle diese Schleimhautveränderungen nahezu risikofrei abzutragen und so einer Krebsentstehungvorzubeugen."
Seit 2002 steht jedem gesetzlich Versicherten ab dem 55. Lebensjahr eine präventive Darmspiegelung zu, die bei unauffälligem Erstbefund nach zehn Jahren wiederholt werdenkann. Trotzdem nutzen nur etwa zwei bis drei Prozent der Anspruchsberechtigten diese Chance. Obwohl die Information über Darmkrebs inzwischen in der Bevölkerung angekommen ist, stellen sich immer noch viele auf den riskanten Standpunkt, dass sie das Problem nicht betreffe. Dabei spielt die unbegründete Angst vor der Untersuchung und der Diagnose Krebs ebenso eine Rolle wie die falsche Annahme, dass ohne Symptome kein Krebs vorhanden sein könne.
"Nur eine vorsorgliche Darmspiegelung gibt Sicherheit, frei von einer der verbreitesten Krebsarten zu sein", so Dr. Theilmeier. "Wenn die Darmspiegelung ohne Befund bleibt, braucht man sich für die folgenden zehn Jahre keine Sorgen zu machen."
Fahrtüchtigkeit bei Leberzirrhose
Individueller Fahrtest zu empfehlen
(01.02.2010)
Patienten, die unter den Folgen einer fortgeschrittenen chronischen Lebererkrankung leiden, entwickeln häufig Hirnleistungsstörungen, die die Fahrtüchtigkeit einschränken können. Pauschale Beurteilungen sind aber unzureichend. Im Einzelfall zählt der individuelle Test.
"Die Leberzirrhose ist eine Folge chronischer Leberschädigungen, die dazu führt, dass das Organ eine seiner wichtigsten Aufgaben - die Entgiftung des Körpers - nicht mehr hinreichend erfüllen kann", erklärt Dr. Stefan Mauss vom Berufsverband der Niedergelassenen Gastroenterologen (bng). "Die Menschen sind schwer krank, weil viele andere Körperfunktionen in Mitleidenschaft gezogen sind. Auch das Gehirn kann betroffen und in seinen Funktionen eingeschränkt sein."
Die Zusammenhänge zwischen einer Lebererkrankung und einer möglicherweise verringerten Reaktionsfähigkeit sind jedoch schwer zu beurteilen. Versuche, aus dem Schweregrad der leberbedingten Hirnerkrankung auf die Fahrtüchtigkeit zu schließen, führen nicht zu eindeutigen Ergebnissen. Auf der anderen Seite hat eine aktuelle Untersuchung von Medizinern der Universität Düsseldorf klar gezeigt, dass betroffene Patienten ihre Fahrleistung oft überschätzen.
"Wenn Hirnleistungsstörungen bei Leberpatienten diagnostiziert werden, ist eine Überprüfung der Fahrtüchtigkeit im Interesse des Patienten und der anderen Verkehrsteilnehmer zu empfehlen", betont der Leberexperte des bng. "Pauschale Urteile helfen dabei aber nicht weiter. Die individuelle Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs sollte in einem realen Fahrtest festgestellt werden."
"Dem Darmkrebs auf der Spur"
Informationskampagne
zu Vorsorge, Diagnose und Therapie bei Darmkrebs
(www.dem-darmkrebs-auf-der-spur.de)
Darmkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland – jeder 20. Bundesbürger ist davon betroffen. Früh genug erkannt, ist die Erkrankung eine der wenigen Krebsarten, die heilbar sind. Da der Darmkrebs jedoch meist ohne typische Frühsymptome verläuft, wird er häufig erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium entdeckt.
Die bundesweite Kampagne "Dem Darmkrebs auf der Spur" ist bereits seit 2007 auf Tour, um über die Vorsorge, Diagnose und Therapiemöglichkeiten von Darmkrebs aufzuklären. Im Frühjahr 2010 macht die Kampagne in Hamburg, Chemnitz, München, Friedrichshafen und Frankfurt am Main halt. Am multimedialen Kampagnenstand können sich Interessierte an Schautafeln und interaktiven Computerterminals ausführlich darüber informieren wie Darmkrebs entsteht, wie er sich bemerkbar macht und wie er erkannt und behandelt werden kann. Darüber hinaus steht den Besuchern umfangreiches und kostenloses Informationsmaterial in Form von Broschüren, einem Hörbuch sowie einer DVD über moderne Darmkrebstherapien zur Verfügung. Den aktuellen Tourplan finden Sie hier.
Information für Leberpatienten

Eine innovative Methode Ihre Leber ohne Schmerzen nicht-invasiv zu untersuchen
Diabetes, Erkrankungen wie Hepatitis oder übermäßiger Alkoholgenuss, können über eine Entzündung der Leber zu einer Leberfibrose bis hin zu einer Lerberzirrhose führen. Bisher mussten sich Patienten, bei denen ein Verdacht auf eine Leberfibrose bestand, einer Leberpunktion unterziehen. Die nicht invasive Messung durch das neue Gerät Fibroscan® ermöglicht die völlig schmerzfreie Untersuchung der Leberfibrose. Die Methode beruht auf Ultraschallwellen, die die Leberelastizität messen und ist vergleichbar mit einer schmerzlosen Ultraschalluntersuchung. Die so genannte Elastometrie mit dem Fibroscan untersucht die Festigkeit der Leber- je fester, desto weiter fortgeschritten ist die Organschädigung.
Ein Tag wie jeder andere ?
Studie dokumentiert Koloskopie-Erfolg
Darmspiegelung verhindert Krebs
(11.05.09)
In einem groß angelegten Register haben die niedergelassenen Gastroenterologen die Ergebnisse von Vorsorge-Darmspiegelungen aus einem Drei-Jahres-Zeitraum von 2003 bis 2006 erfasst und ausgewertet. Erfolgschancen und das geringe Risiko des Darmkrebs-Screenings sind damitdokumentiert.
280 gastroenterologische Praxen haben sich an der Erfassung der Daten von fast 270.000 Koloskopien von Patienten mit einem Alter von über 55 Jahren beteiligt. Bei fast 20 Prozent der untersuchten Personen sind Polypen unterschiedlicher Größe, die als Vorstufen zu Darmkrebs entarten können, gefunden worden. Polypen größer als fünf Millimeter sind in 95 Prozent der Fälle im Zuge der Darmspiegelung entfernt worden. Darmkrebs wurde in 0,8 Prozent der Fälle festgestellt. Bei den Krebsstadien dominierten die Frühstadien (70 Prozent), die mit guten Erfolgschancen operativ behandelt werden können.
"Die hohe Entdeckungsrate bei Polypen und Frühstadien von Karzinomen bei gleichzeitig niedrigen Komplikationsraten (Perforationsrisiko bei nur 0,09 Prozent der Polypektomien) zeigt die Effektivität des Screenings", erklärt der bng-Experte und federführende Autor der Studie, Dr. Bernd Bokemeyer. "Leider liegt die Beteiligung der anspruchsberechtigten Bevölkerung ab 55 Jahren an der Darmkrebs-Vorsorgenur bei 2,9 Prozent im Jahr. Um die Sterblichkeit bei Darmkrebs wirklich senken zu können, sind intensive Bemühungen zur Aufklärung der Menschen und der sie behandelnden Ärzte erforderlich, damit Vorsorge-Koloskopie deutlich stärker in Anspruch genommen wird.
"Darmkrebs ist die häufigste Krebsart in Europa und eine der wichtigsten Krebstodesursachen in der westlichen Welt. In den letzten Jahren sind erhebliche Anstrengungen unternommen worden, um die Neuerkrankungen und die Sterblichkeit bei Darmkrebs zu senken. Die weltweiten Erfahrungen aus der Praxis und aus Studien weisen immer deutlicher darauf hin, dass die Darmspiegelung einschließlich Polypenentfernung die effektivste Methode ist, um diesem Ziel näher zu kommen. Der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen engagiert sich in vielfältiger Weise an der Bekämpfung dieser tückischen Erkrankung und informiert insbesondere im Rahmen seiner Kampagne 'Ich geh' da hin!'
M2PK-Stuhltest: Keine Alternative zur Koloskopie
(02.03.09)
Arbeitsmedizinischen Zentren und Arbeitsmedizinern wird zurzeit ein vom Hersteller als hochsensitiv bezeichneter Test zur Erkennung von Darmpolypen und Darmtumoren angepriesen. Dieser Test ist wegen seiner unzureichenden Sensitivität und Spezifität jedoch aus bng-Sicht zur Darmkrebsvorsorge völlig ungeeignet.
Das Enzym M2 Pyruvatkinase spielt im Stoffwechsel von Krebszellen eine wichtige Rolle. Es wird auch von Tumorzellen im Darm freigesetzt und kann im Stuhl mit dem M2PK-Test nachgewiesen werden. Alle vorliegenden, größeren Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Spezifität dieses Testes nicht
ausreichend ist und zu viele falsch positive Ergebnisse auftreten. Völlig unnötige Verunsicherung der Patienten ist vielfach die Folge. Keiner der führenden Darmkrebsexperten in Deutschland gibt eine Empfehlung für das Verfahren. In den maßgeblichen Leitlinien zum Dickdarmkrebs-Screening wird der Test mit keinem Wort erwähnt. "Der M2PK-Stuhltest ist wegen mangelnder Sensitivität keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen", so Dr. Dietrich Hüppe vom bng-Vorstand. "Es handelt es sich um eine IGEL-Leistung ohne diagnostische Sicherheit." Der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) rät deshalb von der Verwendung dringend ab.
"Der Anspruch eines Test zur Darmkrebs-Vorsorge sollte sein, auch die Vorläufer einer Krebserkrankung zu entdecken", betonen Dr. Andreas Leodolter und Prof. Dr. Joachim Labenz vom Ev. Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen in einer aktuellen Stellungnahme zum M2PK-Stuhltest. "Beim Dickdarm sind die Vorläufer Polypen, die bei einer Dickdarmspiegelung entfernt werden können. Die Dickdarmspiegelung", so heißt es weiter, "ist sicher die effektivste Methode zur Früherkennung des Dickdarmkrebs und die einzige Methode, mit der durch Entfernung von Polypen Krebs sogar verhindert werden kann." "Darmkrebsvorsorge ist ein Anliegen, dessen sich der bng sehr intensiv annimmt. Wir niedergelassenen Gastroenterologen sind die Spezialisten auf diesem Gebiet. Deshalb haben wir auch mit großem Aufwand die Vorsorgekampagne "Ich geh da hin" initiiert, mit der wir uns an alle Menschen der Zielgruppe ab 55 wenden, die Angebote zur Darmkrebsvorsorge wahrzunehmen", erklärt Dr. Franz Josef Heil vom bng-Vorstand. "Jeder gesetzlich Krankenversicherte hat nach dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre Anspruch auf eine Vorsorge-Koloskopie, die effektivste Methode zur erhinderung von Darmkrebs."
Dickdarmkrebs: Risikofaktor Übergewicht
(10.12.08)
Übergewicht erhöht das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Das ist das Ergebnis einer japanischen Studie mit fast 8000 untersuchten Personen. Aus den Daten zieht der Studienleiter Yutaka Yamaji von der Universität Tokio den Schluss, dass Abnehmen das Krebsrisiko senkt.
Die Studienteilnehmer haben sich einer Darmspiegelung unterzogen. Ein Gastroenterologe, also ein Facharzt für Verdauungskrankheiten, kann durch die direkte optische Untersuchung der Darmschleimhaut Tumore und deren potenzielle Vorstufen, die Polypen, aufspüren. Die japanischen Mediziner haben ihre Befunde mit dem Körpergewicht der Testpersonen verglichen. Ein Drittel der Testpersonen ist darüber hinaus ein Jahr später erneut auf dieselbe Weise untersucht worden.
Bezogen auf Gewichtsklassen zeigte sich: Je höher der Body Mass Index (BMI) desto häufiger fanden sich Tumoren oder deren Vorstufen. Das Risiko war deutlich gesunken, wenn die Probanden über ein Jahr an Gewicht verloren hatten. "Auch wenn die Forscher ausdrücklich darauf hinweisen, dass neben der Gewichtsabnahme weitere Faktoren eine Rolle spielen können, ist doch klar, dass Übergewicht ein vermeidbares Risiko darstellt", erläutert Dr. Elmar Zehnter vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng).
Die Darmspiegelung, die jeder Krankenversicherte ab dem 56. Lebensjahr vorsorglich in Anspruch nehmen kann, ist die beste und sicherste Methode, um Darmkrebs zu verhindern oder zumindest rechtzeitig zu erkennen. Ein frühzeitig erkannter Darmkrebs ist heilbar! Durch die Entfernung von Polypen kann das Risiko einer Erkrankung ganz erheblich gesenkt werden.
Eine Darmspiegelung kann der niedergelassene Gastroenterologe auch kurzfristig durchführen.
Reizdarm kann man erfolgreich behandeln
(15.12.08)
Das Reizdarmsyndrom ist eine der häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Eine neue Studie macht unter anderen genetische Ursachen dafür verantwortlich. Die Betroffenen fühlen sich mit ihren Beschwerden oft nicht ernst genommen, dabei kann der Facharzt ihr Leiden lindern. "Mehrere Millionen Menschen leiden in Deutschland unter einem Reizdarm, aber nur rund 20 Prozent vertrauen sich mit ihrem Problem einem Arzt an", erklärt Dr. Franz Josef Heil vom Vorstand des Berufsverbandes der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). "Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer." Die Ursachen der Erkrankung sind oft unklar und wahrscheinlich vielfältig.
Heidelberger Mediziner haben jetzt auf die entscheidende Rolle des Hormons Serotonin für die komplizierten Vorgänge im Verdauungstrakt hingewiesen. Patienten, die an Reizdarmsyndrom mit Durchfällen leiden, weisen häufig bestimmte genetische Veränderungen auf, welche die Funktion des Hormons beeinträchtigen und zu Störungen im Wasserhaushalt führen. "Eine solche Erklärung für die Entstehung von Durchfällen macht deutlich, dass ein gereizter Darm durchaus eine ernstzunehmende physiologische Ursache haben kann", komment iert Dr. Heil. Eine Beteiligung von Serotonin kann die oft starken Schmerzen ebenso erklären wie die stärkere Betroffenheit von Menschen mit Depressionen. "In diesen Fällen wären weder Nervosität noch Depressivität Ursachen der Erkrankung, sondern die psychischen Probleme haben denselben Ursprung wie das Reizdarmsyndrom!", so Dr. Heil. "Damit kann die Krankheit zwar noch nicht geheilt werden, aber die Symptome lassen sich gut behandeln."
Zirrhose: Auch Galle kann Ursache sein
(01.12.08)
Für bis zu ein Fünftel der Patienten mit Leberzirrhose kann die Ursache der Organschädigung nicht angegeben werden. "Für eine adäquate Therapie ist dies aber einewichtige Voraussetzung"; betont bng-Experte Dr. Stefan Mauss.
Eine neu entdeckte Erbkrankheit könnte einen Teil dieser Fälle erklären. Virusinfektionen, Alkoholmissbrauch, autoimmune Erkrankungen und Stoffwechselkrankheitensind in der Regel die Ursachen von Leberentzündungen, die unbehandelt chronisch werden und zu schweren, mitunter lebensbedrohlichen Schädigungen des Organs führen können. Folge ist oft eine Leberzirrhose, bei der es zu Gewebeveränderungen und -vernarbungen kommt, sodass die Leber ihre Funktion nicht mehr erfüllen kann. Heidelberger Wissenschaftler haben jetzt eine Erbkrankheit beschrieben, bei der schädigende Inhaltsstoffe der Galle die Zirrhose auslösen. Den betroffenen Menschen fehlt ein schützender Stoff im Gallensaft. "Aus diesen Erkenntnissen ergeben sich neue Ansätze für die Behandlung", kommentiert Dr. Mauss vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). "Lebererkrankungen sind tückisch, weil wir im Bereich der Leber keine Schmerzen empfinden", erklärt der Facharzt für Verdauungskrankheiten. "Deshalb werden krankhafte Veränderungendes Organs oft erst spät erkannt." Die Folgen einer Leberkrankung können aber gravierend sein und es ist unbedingt erforderlich, einen Verdacht auf eine Entzündung der Leber abklären zulassen.
Koloskopie: Berliner Akzeptanz-Studie
(26.11.08)
Die Darmspiegelung ist das sicherste und beste derzeit verfügbare Verfahren zur Vorbeugung und Früherkennung von Darmkrebs.
Eine Berliner Studie zeigt jetzt, dass die Methode entgegen immer noch verbreiteten Bedenken von den Patienten sehr gut akzeptiert wird.
Von Herbst 2006 bis Frühjahr 2008 wurden in 19 Berliner Praxen 12.800 Vorsorge-Koloskopien umfassend dokumentiert. Die Patienten erhielten Fragebögen, die sie nach einer Woche zurücksenden sollten. Darin wurde unter anderem die Akzeptanz von Vorbereitung und Durchführung der Darmspiegelung abgefragt. 79 Prozent der Patienten haben die Fragebögen ausgefüllt und abgegeben. 76 Prozent davon bezeichneten die Koloskopie als gut akzeptabel, 16 Prozent als etwas unangenehm.
"Die zurück gemeldete Erfahrung der Patienten dokumentiert, dass mit modernen Darmreinigungsverfahren und hochentwickelten Koloskopie-Geräten so gut wie immer eine problemlose Untersuchung sicher gestellt ist", kommentiert Dr. Rolf Drossel, der an dergemeinsamen Studie mit Medizinern der Charité in Berlin maßgeblich beteiligt ist. Die Berliner Studie belegt darüber hinaus die hohe Qualität bei der Durchführung der Darmspiegelung in den Praxen der niedergelassenen Gastroenterologen. Vollständige und gründliche Inspektion (96,8 Prozent) bei hoher Rate an entdeckten Karzinomen (0,6 Prozent) und deren Vorstufen (19,4 Prozent) sowie niedriger Komplikationsrate (0,4 Prozent) konnten nachgewiesen werden.
Check-up für die Leber
(18.11.08)
Die Deutsche Leberhilfe, die Deutsche Leberstiftung und die Gastro-Liga haben den 20. November 2008 zum 9. Deutschen Lebertag erklärt. Der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterolgen (bng) schließt sich dem Aktionstag an und ruft zum "Check-up für die Leber" auf.Die Schätzungen über die Anzahl der Lebererkrankten in Deutschland reichen von drei bis fünf Millionen. Genau kennt niemand diese Zahl, denn die Leber schmerzt nicht. Vier von fünf Betroffenen wissen überhaupt nicht, dass die wichtige Entgiftungsstation ihres Körpers geschädigt ist. Selbst bei den viralen Leberentzündungen haben nur weniger als die Hälfte der Betroffenen Kenntnis von ihrer oft lebensbedrohlichen Erkrankung."Unbemerkte Lebererkrankungen können zu schweren, chronischen Erkrankungen führen", erklärt der bng-Experte Dr. Stefan Mauss. "Wer seine Leberwerte regelmäßig beim Haus- oder Facharzt kontrollieren lässt, sichert seine Chance, dass eventuelle Lebererkrankungen frühzeitig diagnostiziert und dann auch erfolgreich behandelt werden können."Erkrankungen der Leber können viele Ursachen haben. Angeborene Stoffwechselstörungen und virale Infektionen gehören ebenso dazu wie Alkohol, Übergewicht und falsche Ernährung, Umweltgifte oder Nebenwirkungen von Medikamenten. "Leberkrankheiten können jeden treffen", betont Dr. Mauss, "deshalb ist die Kontrolle der Leberwerte für jeden wichtig!"






